Kindern erlauben zu arbeiten...
Diese Tatsache wird stark von der Erfahrung gestützt, daß unsere größten Bürger in der Regel schon recht jung zu arbeiten begannen. In der anglo-amerikanischen Zivilisation wurde der höchste Grad an Zielstrebigkeit von Jungen erreicht, die von zwölf Jahren an auf Bauernhöfen eigene Pflichten zu erfüllen hatten und einen festen Platz in der Gesellschaft einnahmen.
Kinder sind in der Regel recht arbeitswillig. Zwei-, Drei- oder Vierjährige kann man oft dabei beobachten, wie sie Vater oder Mutter nachlaufen, um mit Werkzeugen oder dem Staublappen zu helfen. Verständnisvolle Eltern, die Kinder wirklich mögen, reagieren in der vernünftigen und früher als normal betrachteten Art: Sie bringen genügend Geduld auf und lassen das Kind wirklich helfen. Ein so behandeltes Kind beginnt zu begreifen, daß seine Gegenwart und Tätigkeit erwünscht sind, und beginnt ganz ruhig eine Laufbahn, in der es Dinge erfolgreich durchführt.
Ein Kind, das zu einer bestimmten Karriere gezwungen wird, dem es aber nicht gestattet wird, in diesem frühen Lebensalter zu helfen, ist überzeugt davon, daß man es nicht will und daß die Welt keinen Anteil an ihm nimmt. Und später wird es ganz bestimmt Schwierigkeiten bei der Arbeit haben. Das Kind jedoch, das mit drei oder vier Jahren gerne in dieser modernen Gesellschaft arbeiten würde, wird entmutigt und tatsächlich davon abgehalten. Es wird untätig gehalten bis zum siebten, achten oder neunten Lebensjahr und erhält dann plötzlich gewisse Pflichten.
Dieses Kind ist aber bereits zu der Realität erzogen worden, daß es nicht arbeiten soll, und so ist in seiner Vorstellung die Arbeit eine Sphäre, von der es „weiß, daß es nicht in sie gehört“. Es fühlt sich deshalb bei der Ausführung von verschiedenen Tätigkeiten stets unwohl.
Als Teenager wird er später auf aktive Weise daran gehindert, irgendeine Art Job zu bekommen, der es ihm ermöglichen würde, Kleidung zu kaufen und die Zeche für seine Freunde, denen er sich verpflichtet fühlt, zu bezahlen. Und so empfindet er allmählich, daß er nicht zur Gesellschaft gehört. Da er nicht Teil von der Gesellschaft ist, ist er nun gegen sie und wünscht sich nichts als destruktive Tätigkeiten.
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